mauss Grundproblem liegt doch darin, dass solch technische Wächter
> immer nur einen einzigen Weg zur Identifizierung haben. Sobald das
> Gerät Augen, Gesicht, Fingerabdruck, Verhalten (wie z.B. bei der Maus
> hier), Körpergröße, Stimme, Wärmebild, Passwort, etc. zusammen zur
> Hilfe nimmt kann da schon ‘was Brauchbares rauskommen. Denke ich.
Wird es nicht. Das hintereinanderschalten einzelner Komponenten
bringt überhaupt nichts. Das Gesamtsystem bleibt dann im besten Fall
so sicher wie das sicherste System alleine. Zwar wird bei einer
Verkettung der Aufwand zum Knacken größer, aber nicht schwieriger.
Jedes System für sich hat seine Lücken, also kann man auch die Lücken
“verketten” und sich anhand der Lücken durchmogeln.
Grundproblem aller biometrischer Meßsysteme: die Messungen sind von
den verschiedensten Umwelteinflüssen abhängig. Umgebungstemperatur,
Hintergrundgeräusche, Licht, körperliche Veränderungen durch Altern,
andere Schuhe, andere Frisur, Brille, Bart - geringe Abweichungen und
die Messungen sind nicht mehr kompatibel. Auch hat jedes einzelne
Messgerät selbst eigene Messcharakteristika und Toleranzen, womit
sich die Messungen zweier Geräte immer unterscheiden. Auch
unterliegen Meßgeräte zeitlichen Veränderungen durch Verschleiß.
Deswegen müssen z.B. die Waagen im Gemüseladen alle paar Jahre vom
Eichamt neu justiert werden.
Wegen der Meßungenauigkeiten müssen daher bei allen biometrischen
Verfahren gewisse Toleranzen eingebaut werden. Dillemma dabei: macht
man sie zu groß, mogeln sich unberechtigte durch, macht man sie zu
klein, werden berechtigte abgewiesen. Und den goldenen Mittelweg gibt
es wegen der Störeinflüsse und zeitlichen Veränderungen auch nicht.
Also ist das ganze imho eine Sackgasse.
Auf der anderen Seite muss man auch dazusagen, dass menschliche
Kontrollen beim Pförtner oder am Zoll ja auch nicht fehlerfrei sind.
Auch da gelingt es Unberechtigten immer wieder reinzukommen. Absolute
Sicherheit gibt es eben nicht.
May 3, 2008