Gamer-Maus alles rund um Mäuse
July 13, 2008
Filed under: Uncategorized — admin @ 8:08 pm

>
> > Heute: Waffen und Freiheit
> >
> [Kinderfabel]
> Erwachsene sind keine Kinder, sie sind sich in ganz anderer
> Weise Ihrer Handlungen bewußt.
Das bezweifle ich. Wenn ich Nationen im Kriegswahn sehe (und das in der
USA derzeit ist ja noch harmlos), denke ich sogar manchmal, dass
dieses Kollektiv weniger Vernunft besitzt als manch 14-jähriger.
> > …
> Genau. Ich rede aber hier nicht für das Recht, anderen mit Gewalt
> was abnehmen zu dürfen, Du scheinst aber genau das zu unterstellen.
In der Tat tue ich das, denn alleine schon die Gegenwart einer
bewaffneten Person würde mir Unwohlsein verursachen, weil ich nicht
weiss, welchen Charakter diese Person hat. Du schränkst imho meine
Rechte ein, indem Du eine uneinschärtzbare Bedrohung für mich
darstellst.
Bei Polizeibeamten geht mir das nicht so, weil ich i.d.R. davon
ausgehen kann, dass diese Person eine gute Ausbildung und Schulung im
nicht-Waffengebrauch hatte. Aber mir graut vor dem Gedanken, dass
unbeherrschte Typen, die wegen jeder Kleinigkeit Streit anfangen in
Waffenbezitz sind. Kurzum, je mehr Menschen eine Waffe tragen dürfen,
desto grösser ist die Gefahr, dass auch jemand eine Waffe trägt, der
mit dieser Verantwortung gar nicht umgehen kann.
> > …
> > Welchen Vorteil haben Israel und Palestina, hat Nordirland, hat
> > der Kosovo, hat Ruanda, usw. aus ihrem übersteigerten
> > Selbstschutz-Bedürfins gezogen?
> Israel ist ein Staat, der, salopp gesagt, entstanden ist, weil ein
> paar Leute in den Mittleren Osten gewandert sind und gesagt haben,
> dieses Land hat uns schon mal vor 3000 Jahren gehört, deswegen
> nehmen wir es uns wieder.
> …
> Nordirland ist ein vergleichbares Szenario. Und diese Beispiele
> willst Du mir als moralische Lehre verkaufen?
Ja. Genau solche Situationen habe ich gemeint, als ich eine Person
ansprach, die “seine Freiheit mit Gewalt erstreiten” will. Mache doch
beispielsweise einmal einem jungen Israeli klar, er solle gefälligst
seine Koffer packen und irgendwo als Imigrant leben, weil das Land den
Palestinensern “gehört”. Der Lebt da vielleicht in der 2. oder 3.
Generation.
Es ist nicht immer leicht zu sagen, wer jetzt “Gut”, und wer “Böse”
ist. Die Anwesenheit von Waffen setzen beide Parteien unter
Handlungsdruck, denn schliesslich muss damit gerechner werden, dass der
andere zuerst angreift und sich damit einen Vorteil sichert.
> Im Kosovo bzw. allg. ehem. Jugoslawien ists noch nen Tick
> schwieriger, weil da mehr verschiedene Völker beteiligt sind.
Diese multikulturellen Spannungen haben wir aber auch vor unserer
Haustüre (ich zumindest). Deshalb finde ich auch diese Situation
durchaus vergleichbar. Menschen glauben ihre Freiheit und Sicherheit
aus mehr oder weniger irrationalen Gründen bedroht, und greifen zur
Gewalt.
> > Und dann ist es auf einmal GUT, wenn die USA als Weltpolizei
> > eingreift.
> Ach? Du bist also der Meinung, daß es eine gute Idee war, mit Nato
> Infrastruktur im ehem. Jugoslawien erstmal alles plattzubomben?
Nein, auf gar keinen Fall. Ich wollte den Widerspruch darstellen, dass
viele Waffenfanatiker das polizeiähnliche, obwohl ungleich
gewalttätigere, Einschreiten der USA grundsätzlich für richtig
erachten. Gleichzeitig aber der eigenen (imho kompetenteren) Polizei
i.d.R. jegliche Kompetenz und Schutzfunktion abstreiten.
Ich halte polizeiliche Schutzkräfte und deren “Schusswaffenmonopol”,
für sinnvoll, obwohl Beispiele wie dereinst Grossbritannien zeigen,
dass es auch relativ gut ohne Schusswaffen ging.
Mir drängt sich oft der Eindruck auf, viele Waffenbefürworter sind
dafür, dass sie selber Waffen tragern dürfen, aber nicht potentielle
Gegener.
> > Aber wehe man versucht /mir/ meine Knare zu verbieten.
> Komisch. Das letzte Mal als ich mich damit befaßt habe waren alle
> Nationen (als Nation, nicht individuell) bewaffnet. Wie paßt das zu
> Deiner Aussage?
Das passt in sofern, als das nationale Konflikte leicht zu Kriegen mit
vielen Opfern aber wenig gelösten Problemen ausarten. Und wer es nicht
bemerkt hat, war waren kürzlich wieder im Krieg. Und wieder waren viele
der Meinung, dass wir die Guten sind (obwohl, wie in Kiregen üblich,
die meisten keinen Blassen Schimmer hatten, was wirklich in Afghanistan
geschieht).
Kriege bieten imho das selbe unkontrolierbare Gewaltpotential wie ein
zum Selbstschutz bewaffnetes Volk.
> > …(Fall des erschossenen Farbigen, der an der
> > falschen Türe geklingelt hatte)?
> Kenne ich nicht. Quelle?
Ich hatte das als grosse Pressemeldung im Kopf. Finde aber keine
Quelle. Deshalb ziehe ich dieses Beispiel zurück und entschuldige mich.
> > Wo soll das Enden? Jetzt braucht man Pistolen, um die mit Messern
> > bewaffneten Diebe zu erschiessen.
> Ich glaube auch, daß es besser ist wenn *Du* keinen Zugang zu
> Waffen hast. Begründung: Wer so aufs umbringen aus ist, den halte
> ich für gefährlicher als die meisten Waffenbesitzer.
Ich bin nicht aufs töten aus, wie auch immer du zu dieser Ansicht
gelangt bist.
Ich halte es (wie viele Selbstverteidigungsexperten auch) für äusserst
riskant, eine Waffe zu tragen, die man nicht abfeuern möchte. Der
Einbrecher weiss nichts von deiner guten Absicht und wird
zunächsteinmal davon ausgehen, dass Du bereit bist ihn zu töten.
Er könnte durchaus zu dem Schluss gelangen, dass dies eine “Er oder
Ich”-Situation ist, und angreifen. Sicher weisst du, dass dies für
beide Personen eine enorme Stresssituation ist, in der selbst
trainierte Polizisten die nerven verlieren können.
Und sicher weisst du auch, dass wenn man dir das tragen von Waffen
erlaubt, und du dir absolut sicher sein kannst richtig zu handeln, dein
“debiler Nachbar” möglicherweise auch eine tragen darf. Traust Du ihm
die gleichen Fähigkeiten zu wie dir selbst?
> > Was wenn die Einbrecher Pistolen tragen?
> Dann kann es passieren daß man den kürzeren zieht. Da aber jeder
> Einbrecher letztlich Geld verdienen will wird sich dieser das sehr
> genau überlegen.
So sehe ich das auch. Er will schnell zu Geld gelangen, ohne unnötige
zusätzliche Delikte. (Allerdings scheint mir gerade von amerikanischen
Waffenfreunden gerade die unwahrscheinlichste Situation: “ein
mordlustiger Irrer im Haus”, immer als paradebeispiel verwendet zu
werden.) Weshalb sollte er also einen unbewaffneten töten wollen?
Wenn ich aber eine Waffe auf ihn richte, könnte er zu einem anderen
Entschluss gelangen (s.o.).
> Einbruch ist was ganz anderes als Mord als mögliche Anklage.
Mord beinhaltet afair immer ein Motiv, bzw Tötungsabsicht. Weil er das
Haus aber nicht mit “Tötungsabsicht” betreten hat, wird die Anklage
eher auf Raubüberfall mit Todesfolge o.ä. lauten. Wie auch immer, ob
der Täter daran denkt, wenn er in einen Mündungsöffung guckt, bezweifle
ich.
> Dieses Abschreckungskonzept funktioniert, und
> hilft damit Angriffe unwahrscheinlicher werden zu lassen.
Das stimmt vermutlich. Aber wenn etwas passiert, dann passiert etwas
ernstes. Ich würde das mit der Situation des Kalten Krieges
vergleichen, entweder gibt es (fast) keine Verluste oder eban maximale.
Ich glaube wir haben den Kalten Krieg eher zufällig überlebt, und würde
es nicht auf einen zweiten Versuch ankommen lassen.
to be continued….

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